Re: Verstorbene Persönlichkeiten.
Verfasst: 23. Nov 2025, 19:37
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Was soll daran "echt übel" sein?smite meister hat geschrieben: ↑23. Nov 2025, 19:37 Gemeinsamer Selbstmord, echt übel.und selbstbestimmt
Sie lebten, sie tanzten, sie starben gemeinsamDie eineiigen Zwillinge sind in ihrem „Zwillingshaus“, das über zwei fast identische Wohnbereiche verfügte, in Grünwald bei München durch assistierten Suizid aus dem Leben geschieden. Das bestätigte die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS); die Schwestern waren Mitglied in dem Verein.
Schon vor einigen Wochen, kurz nach ihrem 89. Geburtstag, hätten die Kessler-Zwillinge den 17. November als ihren Todestag ausgewählt.
Sie sind zusammen auf die Welt gekommen, sie standen jahrzehntelang zusammen im Scheinwerferlicht, sie sind zusammen gestorben. Ein paralleles Leben, eine synchronisierte Choreografie bis zum Ende.
Vor einiger Zeit gaben sie der Bild-Zeitung zu Protokoll, dass sie eines Tages in derselben Urne beerdigt werden möchten – zusammen mit der Asche ihrer Mutter Elsa und ihres Hundes Yello. So hätten die Frauen es auch testamentarisch verfügt.
Nun starben sie gemeinsam in ihrem Haus in Grünwald. Der Verein Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) bestätigte der Süddeutschen Zeitung, dass es sich um einen assistierten Suizid gehandelt hat. Die beiden Frauen seien seit Längerem in Kontakt mit dem Verein gewesen.
Sie bekamen wohl ein Präparat, das man auch Todeskandidaten verabreicht, die hingerichtet werden. Ein Mix aus Gift und starkem Beruhigungsmittel. Man verliert jede Angst vor dem Sterben und entschlummert friedlich und entspannt.
Der Schauspieler Udo Kier, einer der international bekanntesten deutschen Charakterdarsteller, ist tot. Er starb in seiner kalifornischen Wahlheimat Palm Springs im Alter von 81 Jahren, wie Kiers Management der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.
Udo Kier war seit den 1970er-Jahren für seine markanten Rollen bekannt. Er wirkte in mehr als 250 Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter „Andy Warhols Frankenstein“ (1973), „Die Geschichte der O“ (1975), „Lili Marleen“ (1981), „Breaking The Waves“ (1996) sowie „Melancholia“ (2011). Zuletzt war Kier in einer Nebenrolle im Film „The Secret Agent“ zu sehen.

Es gibt abgebrühte Menschen, die sich aber als nachhaltig traumatisiert bezeichnen durch eine Szene in Lars von Triers Fernsehserie „Hospital der Geister“ (1994): Eine Assistenzärztin gebiert da einen mit dämonischer Hilfe gezeugten, ausgewachsenen Udo Kier. Blut überall, und mittendrin diese helltürkis leuchtenden Augen. Horror und Albernheit, Ekel und monströse Aristokratie, solche Grenzen konnte wohl niemand so brutal elegant und wie nebenbei überschreiten wie der 1944 in Köln-Mülheim als Udo Kierspe geborene Hollywood-Star.
Die Karnevalsstadt Köln war nicht der schlechteste Ort zum Aufwachsen für einen, der künftig mit kultiviert provokanten Grenzüberschreitungen sein Geld verdienen würde. Der Messdiener Udo liebte das Verkleiden, etwa als Caterina-Valente-Imitator. In den Siebzigern galt er neben Alain Delon und Helmut Berger als einer der schönsten Männer Europas. Er war, so schrieb der „Stern“, der „Deutsche mit Appeal“, also etwas ziemlich Unwahrscheinliches.
Das Image des schönen Flaneurs durch schräge Welten, als den er sich innerhalb und außerhalb seiner Arbeiten inszenierte, führte ihn außer nach London auch nach Rom und New York. Paul Morrissey verschaffte ihm durch seine Filme „Andy Warhols Frankenstein“ und „Dracula“ erste Berühmtheit. Rainer Werner Fassbinder, den er als Teenager in einer Kölner Arbeiterkneipe kennengelernt hatte und mit dem er in München in einer WG wohnte, engagierte ihn etwa in „Lili Marleen“ (1981) und „Berlin Alexanderplatz“ (1980). Ihn verbanden langjährige Zusammenarbeiten mit Lars von Trier, Werner Herzog, Christoph Schlingensief und Gus Van Sant.
Der eine entscheidet halt selber, dem anderen muss man vorschreiben, wann er aufs Klo gehen darf. So sind die Menschen halt unterschiedlich.smite meister hat geschrieben: ↑24. Nov 2025, 16:37 Selbstmord ist große Sünde vor Gott. ER gibt Leben und ER nimmt es wieder. Das haben wir nicht zu entscheiden.![]()
Harder They Come Jamaican MovieJimmy Cliff wurde mit dem Lied „You Can Get It If You Really Want“ berühmt und war einer der Entdecker Bob Marleys. Nun ist der Jamaikaner gestorben.
Über eins seiner Lieder soll Bob Dylan einmal gesagt haben, es sei der beste Protestsong, der jemals geschrieben wurde. Der zweifache Grammy-Gewinner gilt auch als Entdecker von Bob Marley.
Mit dem Film „The Harder They Come“ und dem dazugehörigen Soundtrack wurde Cliff weltweit bekannt. Das Werk von 1972 gilt als erster jamaikanischer Spielfilm. Cliff spielte nicht nur die Hauptrolle, sondern lieferte auch mehrere Songs, darunter den ikonischen Titeltrack und „You Can Get It If You Really Want“.
HeftigGluck hat geschrieben: ↑15. Dez 2025, 06:27 Rob Reiner (78) und Ehefrau (68)
https://www.imdb.com/name/nm0001661/?ref_=nm_ov_bio_lk

„Du hast Großes bewirkt“: Maren Kroymann würdigt verstorbenen Rosa von PraunheimAls Aktivist der Schwulenbewegung erzeugte er Furor, als Regisseur machte er Furore: Zum Tod Rosa von Praunheims, der ein Werk von mehr als 150 Filmen hinterlässt – und darunter zwei ganz große.
bei ihm drehte sich alles um ihn selbst, und so drehte er denn auch: ichbezogen, höchst subjektiv, parteiisch. Im Dienst einer großen Sache: Emanzipation der Homosexualität. Gleich der erste Film, mit dem er Epoche machte, 1971, trug die Sache seines Regisseurs und Drehbuchautors bereits im Titel vor: „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“. Das war nicht sein Coming-out als Filmemacher (das sexuelle hatte er da längst hinter sich), denn noch etwas früher im gleichen Jahr hatte er mit „Die Bettwurst“ Furore gemacht, einer Liebesgeschichte zwischen Frau und Mann im wildesten Stil der Nouvelle Vague, die Praunheim aber um einen provozierenden Dilettantismus bereicherte, der seinen Ausdruck darin fand, dass der Filmemacher nahezu alle technischen Aufgaben bei den Dreharbeiten selbst übernahm. Bei „Nicht der Homosexuelle ist pervers ...“ hatte er dann schon einen Kameramann an seiner Seite: Robert van Ackeren, der später eigene Filme machen sollte, die einen ästhetischen Oberflächenglanz besaßen, den Praunheim verabscheute.
Furore also mit „Die Bettwurst“, Furor dagegen mit dem „Homosexuellen“-Film. Es war damals ja noch Paragraph 175 StGB in Geltung, der homosexuelle Handlungen für strafbar erklärte, und da erzählte einer auf der Leinwand von Liebe zwischen Männern und setzte dazu gar einen Kuss ins Bild. Ähnliche Aufmerksamkeit hat in der Nachkriegszeit wohl nur eine weitere Kuss-Filmszene erregt, und das war damals erst drei Jahre her: die zwischen einer Schwarzen (Nichelle Nichols) und einem Weißen (William Shatner) in der amerikanischen Fernsehserie „Star Trek“. Praunheim konnte sie nicht gesehen haben: „Raumschiff Enterprise“ kam erst 1972 ins deutsche Fernsehen.
2023 wurde „Meine Mütter“ in die Sammlung der israelischen Schoa-Gedenkstätte Yad Vashem aufgenommen. Der langjährige Aktivist war ein Klassizist geworden, aber das währte nicht lang. In den fast noch zwanzig Jahren ungebrochener Aktivität seither hat Praunheim überwiegend wieder jene ebenso zorn- wie solidaritätsgetriebenen Schnellschüsse gedreht, mit denen er bekannt wurde. Erst auf der diesjährigen Berlinale hatte der in nur sechs Tagen abgedrehte Spielfilm „Satanische Sau“ Premiere – letzter von mehr als 150 Filmen Rosa von Praunheims zu Lebzeiten. Man darf gespannt sein, was er in den zehn Monaten seither noch gemacht hat. Sein heutiger Tod kommt überraschend. Man wird seinesgleichen nie mehr sehen.
Nach dem Tod des Regisseurs Rosa von Praunheim hat Schauspielerin Maren Kroymann die Ikone der Schwulenbewegung für ihre Errungenschaften für die queere Community geehrt.
„Unsere Gesellschaft verdankt dir einen Teil der Liberalität, die sie heute hat. Noch. Du hast Großes bewirkt“, schrieb Kroymann bei Facebook.
Man müsse dafür sorgen, dass es kein Dahinter-Zurück gebe.
Brigitte Bardot ist also tot, ganz im Gegensatz zu einem Roadster im Automuseum in Melle.